Lymphödem-Therapie in Zürich
Fachkundige, sanfte Begleitung bei primärem und sekundärem Lymphödem, damit sich Ihr Alltag wieder leichter anfühlt
Was ist ein Lymphödem?
Ein Lymphödem entsteht, wenn das Lymphsystem die Gewebsflüssigkeit nicht mehr ausreichend abtransportieren kann. Es ist eine chronische Erkrankung, lässt sich aber mit konsequenter Behandlung in vielen Fällen gut kontrollieren. Je früher die Behandlung beginnt, desto besser.
Primäres und sekundäres Lymphödem, erste Anzeichen
Meist ist ein Arm oder ein Bein betroffen, seltener das Gesicht, der Hals, die Brust oder der Genitalbereich.
Beim primären Lymphödem ist das Lymphsystem von Geburt an anders angelegt. Das deutlich häufigere sekundäre Lymphödem entsteht durch eine Schädigung der Lymphbahnen, zum Beispiel nach einer Lymphknotenentfernung, einer Bestrahlung, nach Verletzungen oder Infektionen.
Erste Anzeichen sind oft ein Spannungs- oder Schweregefühl. Ringe oder Schuhe sitzen enger, und die Schwellung bildet sich über Nacht nicht mehr vollständig zurück. Die Diagnose stellt immer Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Für wen ist diese Behandlung geeignet?
Die Therapie kann bei primärem wie auch bei sekundärem Lymphödem hilfreich sein, besonders nach einer Krebsbehandlung. In diesem Fall arbeite ich in Absprache mit Ihrem Behandlungsteam.
Häufige Situationen
- Armlymphödem nach einer Brustkrebsbehandlung
- Beinlymphödem nach gynäkologischen Operationen, einer Prostata- oder einer Melanombehandlung
- Lymphödem im Kopf- und Halsbereich nach einer Tumorbehandlung
- primäres Lymphödem
- Lipo-Lymphödem
Mit ärztlicher Diagnose: Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE)
Liegt eine ärztliche Diagnose vor, erfolgt die Behandlung nach dem Konzept der Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie nach Földi. Die KPE gilt als Standard in der Lymphödembehandlung und besteht aus einer intensiven Entstauungsphase und einer langfristigen Erhaltungsphase.
Wichtig ist, dass Sie von Anfang an wissen: Die KPE ist eine ernsthafte Verpflichtung, sowohl zeitlich als auch finanziell. In der intensiven Phase finden über mehrere Wochen fast täglich Behandlungen statt, und den grössten Teil des Tages wird ein Kompressionsverband getragen. Bei einem chronischen Lymphödem dauert die Erhaltungstherapie in der Regel über Jahre.
Phase I – Entstauung
In der intensiven Entstauungsphase findet die Manuelle Lymphdrainage in der Regel an fünf Tagen pro Woche statt, meist einmal täglich, in ausgeprägten Fällen auch zweimal. Diese Phase dauert mindestens zwei Wochen, häufig zwei bis vier, bei schweren Ödemen auch sechs bis acht Wochen.
Nach jeder Behandlung wird ein mehrlagiger Kompressionsverband mit Kurzzugbinden angelegt. Er wird täglich etwa 18 bis 22 Stunden getragen und verhindert, dass sich die Flüssigkeit bis zur nächsten Sitzung wieder ansammelt. Ohne diesen Verband ginge ein grosser Teil des Behandlungserfolgs verloren.
Bandagiert wird, bis das Ödem sein Minimum erreicht hat. Dann wird im Sanitätsfachgeschäft Mass genommen für eine flachgestrickte Kompressionsversorgung, also einen Strumpf, einen Armstrumpf oder einen Handschuh, der exakt der Form Ihres Körpers folgt. Bis diese Versorgung fertig ist, wird weiter bandagiert, damit das erreichte Ergebnis erhalten bleibt. Danach wird sie nach der Lymphdrainage und der Hautpflege angezogen.
Phase II – Erhaltung und Optimierung
In der Erhaltungsphase steht die tagsüber getragene Kompressionsversorgung im Mittelpunkt. Ergänzt wird sie durch Hautpflege, Bewegungstherapie und Manuelle Lymphdrainage, entweder durch eine Fachperson oder als Selbstbehandlung. Bei Bedarf kann nachts zusätzlich ein Verband sinnvoll sein.
Die Häufigkeit der Lymphdrainage wird individuell festgelegt. Ist der Zustand stabil und gut kompensiert, reicht oft eine Sitzung pro Woche oder weniger. Nimmt die Schwellung zu, verhärtet sich das Gewebe oder besteht eine Neigung zu Entzündungen, wird häufiger behandelt. Bei einem chronischen, besonders bei einem onkologisch bedingten Lymphödem ist die Erhaltungstherapie in der Regel langfristig.
Bitte bringen Sie Ihre Kompressionsversorgung zu jeder Sitzung mit, damit ich den Sitz überprüfen kann.
Kosten und Versicherung
Mit ärztlicher Verordnung wird die Lymphdrainage von der Grundversicherung übernommen, wenn sie von einer Physiotherapeutin oder einem Physiotherapeuten durchgeführt wird. Als EMR- und ASCA-anerkannte Therapeutin werden meine Behandlungen über die Zusatzversicherung vergütet.
Die Kosten für Kompressionsstrümpfe und Verbandsmaterial werden mit ärztlicher Verordnung in der Regel ebenfalls von der Grundversicherung übernommen. Franchise und Selbstbehalt gelten dabei wie üblich.
Die Zusatzversicherung vergütet meine Behandlungen je nach Versicherung teilweise oder vollständig. Da die intensive Phase der KPE viele Behandlungen in kurzer Zeit umfasst, lohnt es sich, vorab bei Ihrer Krankenkasse zu klären, wie viele Sitzungen und bis zu welchem Betrag übernommen werden.
Zusammenarbeit mit Ihrer Physiotherapie
Wenn Sie die KPE bei einer Physiotherapeutin oder einem Physiotherapeuten durchführen, unterstütze ich gerne, wenn Bedarf besteht. Nach Absprache kann ich Behandlungen übernehmen, zum Beispiel während Ferienabwesenheiten. Sie können mich aber auch kurzfristig als Vertretung anfragen, wenn ich gerade einen freien Termin habe. So wird die intensive Phase nicht unterbrochen, und das erreichte Ergebnis bleibt erhalten.
In der Erhaltungsphase übernehme ich auch gerne die langfristige Begleitung. Da ich bewusst eine begrenzte Zahl von Patientinnen und Patienten aufnehme, sind feste, im Voraus geplante Termine bei mir gut möglich. Auch Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten dürfen sich gerne bei mir melden, wenn sie eine Vertretung oder Unterstützung brauchen.
Was Sie selbst tun können
Sie selbst können viel dazu beitragen, dass das Behandlungsergebnis erhalten bleibt.
Sanfte Bewegung mit Kompression aktiviert den Lymphfluss, etwa Gehen, Velofahren oder Schwimmen. Eine sorgfältige, rückfettende Hautpflege schützt vor kleinen Verletzungen, aus denen beim Lymphödem leichter Entzündungen entstehen. Auf Wunsch zeige ich Ihnen einfache Übungen zur Selbstbehandlung für zu Hause.
Was Sie während einer Sitzung erwarten können
Die Behandlung ist ruhig, rhythmisch und schmerzfrei und dauert in der Regel 60 Minuten.
Beim ersten Termin besprechen wir Ihre Vorgeschichte und Ihre bisherige Behandlung. Ich beurteile das Gewebe und messe bei Bedarf den Umfang, damit der Verlauf nachvollziehbar bleibt. Die Behandlung beginnt am Hals und am Rumpf und arbeitet sich dann zur geschwollenen Region vor.
In der Entstauungsphase verlängert sich der Termin durch das Anlegen des Verbands. Bitte tragen Sie dann bequeme, weite Kleidung, unter der der Verband gut Platz hat.
Wichtiger Hinweis: Wundrose erkennen
Bei einem Lymphödem besteht ein erhöhtes Risiko für ein Erysipel (Wundrose), eine bakterielle Hautentzündung. Typische Zeichen sind eine plötzliche, scharf begrenzte Rötung, Überwärmung, zunehmende Schwellung, Schmerzen und Fieber. Wenden Sie sich in diesem Fall bitte noch am selben Tag an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Während einer akuten Entzündung wird keine Lymphdrainage durchgeführt. Nach der Abheilung kann die Behandlung in ärztlicher Absprache wieder aufgenommen werden.
Erysipel (Wundrose) am Unterschenkel
Sie leben mit einem Lymphödem in Zürich? Schreiben Sie mir, welche Region betroffen ist, seit wann die Schwellung besteht und ob bereits eine ärztliche Diagnose oder eine Physiotherapie vorhanden ist. Gemeinsam besprechen wir, wie ich Sie am besten unterstützen kann.